Schlafmedizin

 

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Häufigkeit von Schlafstörungen

Angaben zur Häufigkeit von Schlafstörungen in der Bevölkerung weisen in Abhängigkeit von der Art der Erhebung erhebliche Schwankungen auf (6,9 - 49%). An einer behandlungsbedürftigen und chronischen Schlafstörung leiden in Deutschland ca. 10-15% der Bevölkerung. Viele Betroffene leiden als Folge der Schlafstörung unter einer Verschlechterung des Befindens und der Leistungsfähigkeit am Tage. Daraus ergeben sich erhebliche soziale, gesellschaftliche und ökonomische Konsequenzen.

Arten von Schlafstörungen

Um Schlafstörungen gezielt behandeln zu können, muss eine klare Diagnosestellung vorausgehen. Ein internationales Klassifikationssystem von Schlafstörungen unterscheidet insgesamt 88 verschiedenen Schlafstörungen, die zu vier großen Gruppen zusammengefasst werden:

Die Beschwerden, mit denen sich Patienten beim Arzt vorstellen, bestehen entweder in einem Mangel an Schlafqualität und/oder Schlafquantität (Insomnie) oder in einer exzessiven Tagesschläfrigkeit, die nicht auf eine ungenügende Nachtschlafdauer zurückzuführen ist (Hypersomnie). Ob die subjektive Beschwerde, die den Patienten zum Arzt führt, als manifeste Erkrankung gewertet werden muss, entscheidet der Arzt auf der Basis von Dauer und Häufigkeit des Auftretens der Beschwerden sowie deren Auswirkungen auf die Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit am Tag.

 

Detailliertere Informationen über einzelne Schlafstörungen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin unter www.uni-marburg.de/sleep/dgsm/rat/inhverz.html.

Diagnostik von Schlafstörungen

Die Abklärung der Ursachen der Beschwerden erfolgt nach einer in der Leitlinie "S2" der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zum Thema Nicht-erholsamer Schlaf festgelegten Vorgehensweise, die als Supplement 3 in der Zeitschrift Somnologie des Jahrgang 5, 2001 veröffentlicht ist. Zunächst sind folgende Fragen zu klären:

Ist dies der Fall, so bestehen auf der jeweiligen Stufe des schrittweisen diagnostischen und therapeutischen Vorgehens entsprechende therapeutische Interventionsmöglichkeiten. Eine diagnostische Abklärung in einem vor der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin anerkannten (akkreditierten) qualitätsgesicherten schlafmedizinischen Zentrum bleibt einigen Erkrankungen vorbehalten, die ohne eine solche Untersuchung nicht adäquat diagnostiziert werden könnten. In erster Linie handelt es sich dabei um schlafbezogene Atmungsstörungen, Narkolepsie, therapierefraktäre chronische Insomnien und eine Teilgruppe der Parasomnien, wie motorische Störungen.

Diagnostik von Schlafstörungen im Schlaflabor

Im Schlaflabor wird zur Abklärung der Ursachen einer Schlafstörung eine Ganznachtschlafableitung, eine sogenannte Polysomnographie, durchgeführt. Dazu muss der Patient/die Patientin mindestens in zwei aufeinander folgenden Nächten untersucht werden, wobei die erste Nacht (Adaptationsnacht) der Eingewöhnung an die Untersuchung des Schlafes unter Laborbedingungen dient. Am Abend der Ableitung werden den Patienten Messfühler (Elektroden, Atemgürtel, Atemfühler, ein kleines Mikrophon am Hals etc.) angelegt. Die Elektroden werden mit einem speziellen Kleber (Collodium) angebracht. Sie sind so gut befestigt, dass weitgehende Bewegungsfreiheit möglich ist. Am Morgen sind sie wieder leicht zu lösen.

 

Nach dem Löschen des Lichtes kann die Nachtwache per Video immer sehen, ob im Schlafraum alles in Ordnung ist. Am Morgen gibt der Patient Urin zur Bestimmung von Medikamentenspiegeln ab. In einigen Fällen wird auch Blut abgenommen.

 

Die Patienten füllen vor und nach der Schlafuntersuchung Fragebögen aus, in die sie Ereignisse des Tages, die Einschätzung der Tagesbefindlichkeit und des Schlafes eintragen. Die Nachtschlafableitung wird zusammen mit diesen Informationen interpretiert.

 

In unserem Labor werden folgende Biosignale gleichzeitig aufgezeichnet:

Bei unklarer Tagesmüdigkeit oder bei Verdacht auf Narkolepsie wird am Tag nach der zweiten Labornacht der Multiple Schlaflatenz-Test durchgeführt. In diesem Fall werden die Elektroden am Morgen nicht gelöst. Der Patient wird am Tag zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr fünfmal bei dem Versuch einzuschlafen für jeweils eine halbe Stunde im Laborbett abgeleitet. Aus der Schlaflatenz und der Schlafstruktur können Rückschlüsse gezogen werden auf Ursache und Ausprägung der Einschlafneigung.

 

Die Auswertung der Meßergebnisse erfolgt visuell. Die Schlafstadien werden nach den Kriterien von Rechtschaffen und Kales klassifiziert. Berechnet werden Werte wie:

Zusätzlich werden Arousals (Aktivierungen oder Weckreaktionen, sichtbar u.a. im EEG), Apnoen (Atemaussetzer während des Schlafes) und periodische Beinbewegungen (PLMS) mit und ohne nachfolgende Arousals bestimmt. Das Ergebnis wird als Schlafprofil dargestellt.

 

 

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Letzte Modifikation: 7.01.2010