Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD)

Die hyperkinetische Störung ist eine häufige und bekannte psychiatrische Diagnose im Kindes- und Jugendalter, die ca. bei drei bis fünf Prozent aller Kinder vorkommt. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass es sich hierbei um eine Entwicklungsstörung handelt, die im Laufe der frühen Jugendzeit verschwindet. Diese Einschätzung wird heute in Zweifel gezogen. Nach neueren Erkenntnissen ist vielmehr davon auszugehen, dass ca. 30-40% der hyperkinetischen Kinder und Jugendliche Symptome dieser Erkrankung auch bis in das Erwachsenenalter behalten. Bemerkenswert ist hierbei jedoch, dass der Verlauf der Erkrankung vom Kindes- zum Erwachsenenalter durch einen Wandel der Hauptsymptome gekennzeichnet ist. Die typische Trias dieser Störung mit Hyperaktivität, erhöhter Impulsivität und Aufmerksamkeitsdefizit zeigt dabei in der Regel einen alterspezifischen Verlauf mit charakteristischen Beschwerden im Erwachsenenalter.

 

Beschwerden bei ADHD im Erwachsenenalter

Diagnose von ADHD im Erwachsenenalter

Die Diagnose von ADHD im Erwachsenenalter ist eine relativ junge Störung, verglichen mit den "klassischen" Diagnosen wie z.B. Depression, Schizophrenie oder Angsstörungen. Aus diesem Grunde liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine allgemeinverbindlichen Kriterien zur Diagnostik und Therapie dieser Störung vor. Aus Kenntnis der Literatur sowie unserer Erfahrung in der Ambulanz haben sich jedoch folgende Punkte bei der diagnostischen Einschätzung bewährt.

Therapie von ADHD im Erwachsenenalter

Es gibt heutzutage gute Möglichkeiten ADHD im Erwachsenenalter zu behandeln. In der Regel wird dabei auf eine Kombination von medikamentöser Therapie und Psychotherapie zurückgegriffen. Die moderne pharmakologische Therapie stützt sich dabei auf zwei Säulen. Zum einen kommen moderne Substanzen zum Einsatz, die auch in der Behandlung der Depression oder der Angsterkrankung Verwendung finden. Zum anderen werden in Sonderfällen auch Medikamente verwendet, die aus der Behandlung der hyperkinetischen Störung bei Jugendlichen bekannt sind. Mithilfe der Mediktion erleben viele Patienten häufig wieder die Möglichkeit, sich im Freundeskreis und bei der Arbeit wieder angemessen zu verhalten. Darauf aufbauend versucht die Verhaltenstherapie, z.B. Organisationsschwierigkeiten zu besprechen und Lösungsansätze zu vermitteln. Ein weiterer Schwerpunkt kann aber auch darin bestehen, seine Kompetenz in sozialen Fragen zu verbessern oder Strategien zu erarbeiten, wie die erhöhte Impulsivität in akzeptablere Bahnen gelenkt werden kann.

 

 

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Studie "ADHS im Erwachsenenalter"

Letzte Modifikation: 7.01.2010