Fragen und Antworten zur Schizophrenie

Welche Symptome liegen bei der Schizophrenie vor?

Die Schizophrenie ist eine Erkrankung, bei der Defizite und Auffälligkeiten in unterschiedlichen Bereichen der menschlichen Psyche vorliegen. Dazu gehören unter anderem charakteristische Verzerrungen im Denken und in der Wahrnehmung, Einbußen in Konzentration und Merkfähigkeit, sowie Antriebsverlust und Störungen im emotionalen und affektiven Bereich. Diese unterschiedlichen Symptome werden klinisch in so genannte Cluster eingeteilt, die drei wichtigsten Cluster sind die Positivsymptomatik, die Negativsymptomatik und das kognitive Cluster.

Zur Positivsymptomatik zählen Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen und Störungen im Denkablauf. Die häufigsten Wahninhalte sind Verfolgungs- und Beziehungswahn, letzteres bedeutet, dass die Betroffenen alltägliche Dinge in einen Bezug zu sich selbst setzen. Zu den häufigsten Sinnestäuschungen im Rahmen einer Schizophrenie zählen akustische Halluzinationen. Halluzinationen können bei der Schizophrenie aber in allen fünf Sinnesmodalitäten auftreten. Eine charakteristische Denkstörung bei Schizophrenie ist das so genannte zerfahrene Denken, das bedeutet, dass das Denken der Betroffenen nicht mehr unter geordneten Bedingungen abläuft, ein zielgerichtetes Gespräch ist hier häufig unmöglich.

Zur Negativsymptomatik zählen die Unfähigkeit angenehme Dinge zu empfinden, ein Motivationsverlust, ein Initiativmangel, und Interessensmangel sowie deutliche Einbußen in affektiver Schwingungsfähigkeit und Ausdruck. Neben diesen primären Negativsymptomen können jedoch auch soziale Isolierung oder ein depressives Syndrom vorliegen, die zu den sekundären Negativsymptomen zählen.

Das kognitive Cluster wird aus den Bereichen Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis gebildet. Deutliche Störungen in diesen Bereichen der Kognition zählen zu den Hauptgründen für die mitunter schlechte Prognose der Betroffenen bzgl. ihres beruflichen Werdegangs.

Zur Diagnose einer Schizophrenie ist es notwendig, dass eine bestimmte Anzahl der genannten Symptome über einen Zeitraum von einem Monat täglich auftritt. In Abhängigkeit davon, welche Symptome klinisch im Vordergrund stehen werden diagnostische Untergruppen gebildet wie z.B. die paranoide Schizophrenie, bei der Wahn und Sinnestäuschungen im Vordergrund stehen.

Letzte Modifikation: 7.01.2010