Fragen und Antworten zur Schizophrenie

Wie häufig ist die Schizophrenie?

Die Verbreitung einer Erkrankung wird generell mit den Begriffen Inzidenz (neue Erkrankungsfälle) und Prävalenz (Gesamtanzahl aller Krankheitsfälle beschrieben.

Inzidenzraten sind Aussagen über die Anzahl neuer Erkrankungsfälle (meist auf 100.000 Einwohner bezogen), die sich innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (in der Regel ein Jahr) entwickeln. Die Prävalenz ist ein Maß für den Anteil von Individuen einer Population, die entweder zu einem ausgewählten Zeitpunkt (Punktprävalenz), innerhalb einer Zeitspanne (Periodenprävalenz) oder zu jedem belieben Zeitpunkt in ihrem Leben (Lebenszeitprävalenz) eine Erkrankung entwickelt haben. Auch Prävalenzraten werden in Bezug zu 100.000 Einwohnern und in Zeitspannen von sechs Monaten oder einem Jahr ausgedrückt. Anstatt einer Inzidenzrate wird manchmal auch der Begriff des Lebenszeitrisikos verwendet. Hiermit ist die Wahrscheinlichkeit gemeint, mit der ein Individuum im Laufe seines Lebens eine Erkrankung entwickelt. Das Lebenszeitrisiko wird in % dargestellt.

 

Die mittlere Inzidenzrate für die Schizophrenie ist 15,2/100.000/Jahr. Diese Anzahl an neuen Krankheitsfällen von Schizophrenie ist weltweit relativ robust und unabhängig davon ob die Betroffenen in Industrieländern, in Schwellenländern oder in Entwicklungsländern leben.

Über die Bedeutung anderer demographischer Faktoren für die Inzidenzraten der Schizophrenie wie z.B. das Geschlecht oder Migration wird in der wissenschaftlichen Welt kontrovers diskutiert.

Schätzungen zur Punktprävalenz der Schizophrenie gehen von 460/100.000 Einwohnern aus. Analog zu den Einflussfaktoren der Inzidenzraten konnte auch für die Prävalenz der Schizophrenie eine Bedeutung von Migration festgestellt werden. Im Gegensatz zu den Einflussfaktoren für die Inzidenzraten der Schizophrenie konnten hier außerdem Einflüsse der Lebensumgebung (höhere Raten in weniger entwickelten Ländern) und des sozioökonomische Hintergrunds (höhere Raten bei Menschen mit niedrigerem Status) festgestellt werden. Dies sollte aber nicht in dem Sinne gedeutet werden, dass diese Faktoren ursächlich für die Entwicklung einer Schizophrenie sind, vielmehr ist dies eher das Resultat der schlechteren therapeutischen Versorgung dieser Erkrankten in Ländern, die weniger sozialen Wohlstand aufweisen. Schätzungen in Hinblick auf das Lebenszeitrisiko für Schizophrenie gehen von durchschnittlich 0,7% aus. Männer scheinen ein höheres Lebenszeitrisiko von 1,4% zu haben.

Letzte Modifikation: 7.01.2010