Prinzipiell gibt es drei Therapieelemente, die ihre Wirksamkeit bei der Behandlung der Schizophrenie unter Beweis gestellt haben: die medikamentöse Therapie, die Soziotherapie und die Psychotherapie.
Die medikamentöse Therapie beinhaltet in der Regel den Einsatz von Antipsychotika. Die klassischen Antipsychotika, deren bekanntester Vertreter das Haloperidol ist, wurden bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt und galten bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts als Standard in der Behandlung der Schizophrenie. Die Wirkweise dieser Antipsychotika besteht v. a. in einer Reduzierung eines im Gehirn vorkommenden Neurotransmitters, des Dopamin. Da die Reduktion der Dopaminkonzentration im Gehirn aber nicht nur in den Gebieten, die für Wahnerleben und Denkstörungen zuständig sind, sondern in allen Gehirnregionen mit entsprechenden Rezeptoren erfolgt, können auch Nebenwirkungen wie z.B. eine starke Müdigkeit, eine Steifigkeit in den Gelenken (so genannte extrapyramidal-motorische Symptomatik) und Libidoverlust auftreten.
Um diese Nebenwirkungen zu reduzieren wurden die atypischen Antipsychotika entwickelt, deren bekannteste Vertreter Clozapin, Olanzapin und Risperidon heißen: Diese wirken nicht ganz so stark auf das dopaminerge System im Gehirn und beeinflussen zudem noch die Konzentration anderer Neurotransmitter, wie z. B. Serotonin. Die atypischen Antipsychotika sind dementsprechend hinsichtlich der oben beschrieben Nebenwirkungen weniger auffällig, weisen aber eine andere nicht unerhebliche Nebenwirkung auf, eine massive Steigerung des Appetits und infolgedessen eine mitunter deutliche Gewichtszunahme der Betroffenen. Dennoch bestehen aus wissenschaftlicher und klinischer Sicht keine Zweifel daran, dass eine medikamentöse Therapie die erste Option der Schizophreniebehandlung darstellt. Verschiedene Fachorganisation haben hierfür Leitlinien erstellt, die Empfehlungen hinsichtlich der Dauer der Medikamenteneinnahme geben.
So wird bei Ersterkrankung empfohlen, das Antipsychotikum in einer niedrigen Dosis für mindestens 1-2 Jahre einzunehmen, nach Auftreten der zweiten Episode wird dringend empfohlen, die Medikamenteneinnahme für mindestens 4-5 Jahre, besser lebenslang in einer niedrigen Dosis einzunehmen. Leider ist es nicht so, dass dies einen 100%igen Schutz vor Rückfällen darstellt, das Rückfallrisiko wird aber sehr deutlich reduziert.
Soziotherapie und Psychotherapie sind die beiden anderen wichtigen Therapieelemente in der Behandlung der Schizophrenie. Beide Therapieformen sind absolut notwendig, um die Betroffenen in ihrem sozialen und persönlichen Umfeld zu stabilisieren und zu integrieren. Hierfür ist es aber notwendig, dass die Betroffenen den jeweiligen Angeboten auch folgen können. Insofern muss für alle mit schizophrenen Erkrankten durchgeführten Therapieangebote gelten, dass die behandelten Patienten psychopathologisch stabilisiert sind, was in der Regel und nach aller Kenntnis in nahezu allen Fällen im ersten Schritt nur durch medikamentöse Unterstützung möglich ist. Dies schließt aber ausdrücklich nicht aus, dass z.B. durch Psychotherapie Krankheitssymptome, die durch Medikamente nicht günstig oder nicht gut genug beeinflusst werden, noch deutlich verbessert werden können. Auch die Psychoedukation, also die Vermittlung eines Krankheitskonzeptes hat sich als eine psychotherapeutische Intervention mit hoher Effektivität bewährt.