Centrum für ADHS im Erwachsenenalter
Bitte wenden Sie sich zur Anmeldung und für Informationen an unsere Hochschulambulanz: 030 / 8445 - 8665
Dr. med. Michael Colla
Dipl. Psych. Laura Gentschow
Julian Hellmann, MD
Dr. phil. Daina Langner
Dipl. Psych. Paula Kunze
Dipl. Psych. Alexandra Mutz
Dipl. Psych. Patricia Preuß
In der Spezialsprechstunde des Centrums für ADHS im Erwachsenenalter wird eine an den wissenschaftlichen Leitlinien orientierte Diagnostik der ADHS im Erwachsenenalter unter Berücksichtigung der Erfassung von Begleiterkrankungen durchgeführt. Nach ausreichender Diagnosesicherung erfolgt eine individuelle Empfehlung hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten.
Nach Anmeldung in unserer Ambulanz bekommen Sie einige Fragebögen zum Vorscreening von uns per Post zugeschickt. Nach Rücksendung der ausgefüllten Fragebögen vereinbaren wir einen Termin zum diagnostischen Gespräch, in dem standardisierte Interviews zur Überprüfung der diagnostischen Kriterien für ADHS sowie weitere Interviews und Fragebögen zur Diagnostik bzw. zum Ausschluss weiterer psychischer Erkrankungen durchgeführt werden. Im Abschlussgespräch teilen wir Ihnen die Diagnose sowie individuelle Therapieempfehlungen mit.
Lange Zeit galt die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung als eine ausschließlich im Kindes- und Jugendalter auftretende Erkrankung. Diese Einschätzung wurde auf Grund neuerer Forschung revidiert, die bei einem großen Teil der Betroffenen ein Andauern der Erkrankung vom Kindes- und Jugendalter bis ins Erwachsenenalter belegt. Eine Studie in den USA ergab eine Häufigkeit der Erkrankung von 2-6% bei Erwachsenen.
Wesentliche Merkmale der ADHS sind innere Unruhe, situationsübergreifende Störungen der Impulskontrolle, motorische Überaktivität, Störungen der Aufmerksamkeit, Desorganisiertheit und starke Stimmungsschwankungen bei geringer Frustrationstoleranz. Im Erwachsenenalter geht die Erkrankung mit Funktionseinschränkungen in mehreren Lebensbereichen, v.a. Schul- und Ausbildungsabschluss, Berufstätigkeit, Partnerschaft, Elternschaft und Verkehrstüchtigkeit einher.
Die Diagnose der ADHS im Erwachsenenalter ist auf Grund einer häufigen Überschneidung der ADHS-Symptomatik mit anderen psychiatrischen Erkrankungen (Depression, Angst- oder Schlafstörungen, Sucht…) schwierig. Bislang gibt es keine neurobiologischen oder bildgebenden Verfahren zur Absicherung der Diagnose. So orientiert sich die Diagnostik in erster Linie an den Beschwerden des Betroffenen.
Folglich muss die Diagnostik einer ADHS im Erwachsenenalter sehr sorgfältig in einem mehrstufigen Prozess durchgeführt werden. Notwendig sind die Erhebung und Beurteilung der aktuellen Symptome, die rückwirkende Erfassung von ADHS-Symptomen im Kindesalter (zum Beispiel durch Zeugnisse), die Überprüfung der Diagnosekriterien sowie die Erfassung anderer psychiatrischer Erkrankungen.
Aktuell besteht für Patienten, bei denen die Diagnose ADHS im Erwachsenenalter gestellt wurde, die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Studien, im Rahmen derer eine Therapie mit verschiedenen Medikamenten und Psychothearpie erfolgen kann.
Interessenten melden sich bitte in unserer Ambulanz. (030 / 8445 – 8250).